{"id":101,"date":"2006-10-24T21:49:39","date_gmt":"2006-10-24T19:49:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=101"},"modified":"2006-10-24T21:58:18","modified_gmt":"2006-10-24T19:58:18","slug":"die-letzte-pressung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bernhard-fiedler.at\/weblog\/?p=101","title":{"rendered":"Die letzte Pressung"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem Cabernet Sauvignon habe ich heute den letzten Wein der heurigen Ernte abgepre\u00dft. In\u00a0den 17 Tagen auf der Maische hatte er\u00a0Zeit,\u00a0soviele Farbstoffe aus der Schale auszulaugen, da\u00df\u00a0er eher schwarz als rot von der Presse lief.\u00a0Sein Aroma zeigt keinerlei &#8222;gr\u00fcne&#8220;, unreife\u00a0Nuancen nach Paprika oder Brennesseln und auch die Tannine, die vor allem\u00a0w\u00e4hrend\u00a0der zweiten H\u00e4lfte der Standzeit\u00a0aus der Schale extrahiert werden, wirken zwar sehr massiv, dabei aber keineswegs bitter oder austrocknend.<!--more--><\/p>\n<p>Selten hatten wir so reife Cabernet-Trauben, und es k\u00f6nnte gut sein, da\u00df der 2006er einer der besten (oder vielleicht sogar der beste) Cabernet aus unserem Keller wird. \u00dcber Nacht setzen sich jetzt die feinen Trubstoffe im Tank ab, soda\u00df ich den Wein morgen ziemlich klar in die Barriques f\u00fcllen kann. Die F\u00e4sser lagern dann in unserem beheizbaren Etikettierraum bis der Cabernet den biologischen S\u00e4ureabbau absolviert hat.<\/p>\n<p>Wenn alles gut geht, dauert das zwei oder drei Wochen. Dann l\u00e4\u00dft sich der Charakter des Weines\u00a0wieder ein St\u00fcck besser einsch\u00e4tzen, weil der S\u00e4uregehalt dann beinahe sein &#8222;Originalniveau&#8220; erreicht hat.<\/p>\n<p>Auch heuer hat unsere Presse bis zum Schlu\u00df gute Dienste geleistet und ohne St\u00f6rungen und Defekte gearbeitet. Schwierigkeiten mit der Presse k\u00f6nnen den ohnehin nicht geringen Weinlesestre\u00df w\u00e4hrend der Hauptlese ins Unertr\u00e4gliche steigern. Kein Kollege im Ort kann aushelfen, da\u00a0alle ihre Presse im Vollbetrieb haben. Die Lesehelfer sind zum Warten verdammt, was sich negativ auf die Motivation auswirkt und die Kosten steigert, da sie auch Geld kosten, wenn sie nicht arbeiten k\u00f6nnen. Die Reparaturdienste haben lange Anfahrtszeiten, sind nicht billig und meist l\u00e4uft ihre Arbeit auf die Frage aller Fragen hinaus: Haben wir den betreffenden Ersatzteil lagernd?<\/p>\n<p>Nach einigen Reparaturerfahrungen mit unserer alten Presse, der man nach fast 30 Dienstjahren diverse Alterserscheinungen nicht wirlich \u00fcbel nehmen konnte, haben wir uns beim Kauf der jetzigen Presse 1994 f\u00fcr einen <a href=\"http:\/\/www.wottle.at\/\" target=\"_blank\">\u00f6sterreichischen Hersteller<\/a> entschieden. Der produziert die Pressen selbst, liegt nur gute zwei Stunden von uns entfernt und mit seinem Service haben wir bei anderen Ger\u00e4ten schon gute Erfahrungen gemacht.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Cabernet Sauvignon habe ich heute den letzten Wein der heurigen Ernte abgepre\u00dft. 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